DESIGN LOVE —Es gibt Dinge in einem Raum, die man täglich berührt, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Der Lichtschalter gehört dazu — in den meisten Interieurs jedenfalls. Nicht beim JUNG LS 1912 in Les Couleurs® Le Corbusier®. Hier wird die kleine quadratische Form an der Wand zu einem gestalterischen Moment. Einem, der nicht auffällt, weil er laut ist sondern weil er konsequent ist.
Für uns bei Slow Lofts ist dieses Detail kein Nice-to-have. Es ist Teil einer Haltung: dass ein Raum erst dann wirklich fertig ist, wenn jedes Element — auch das technisch notwendige — eine gestalterische Entscheidung trägt. Licht schalten wird zum Ritual. Die Hand sucht nicht nur einen Schalter. Sie sucht Farbe, Form, Haltung.
„Ein Raum ist erst dann fertig, wenn auch das technisch Notwendige eine gestalterische Entscheidung trägt.“
I — Das Design
Form aus
1912.
BLEU OUTREMER · KIPPSCHALTER · JUNG LS 1912
Der Name ist Programm. Das Design des LS 1912 geht auf die Formsprache des frühen 20. Jahrhunderts zurück — ein klares Quadrat, ein präzise proportionierter Metallzylinder als Kipphebel. Keine geschwungenen Linien, keine dekorativen Zutaten. Die Form ist abgeschlossen und selbstverständlich, als wäre es nie anders gewesen.
Genau diese Zeitlosigkeit macht ihn so passend für Räume, die sich dem Trend verweigern. Der LS 1912 wirkt in einem Altbau mit Putzwänden genauso überzeugend wie in einem nüchternen Neubau. Er hat keine Epoche und genau deshalb jede.
Ombre Naturelle · Warme Erdtöne · JUNG LS 1912
Was beim Berühren auffällt: die Oberfläche. Nicht hochglänzend, nicht seidig — sondern tief matt, fast wie Gouache auf Papier. Das ist kein Zufall, sondern handwerkliches Verfahren. Jeder Kippschalter wird in einem speziellen Prozess handlackiert, um die außergewöhnliche Farbtiefe der Polychromie Architecturale originalgetreu abzubilden. Das Ergebnis ist ein Objekt, das man nicht nur sieht, sondern spürt.
II — Les Couleurs® Le Corbusier®
63 Farben,
alle aus der Natur.
Polychromie Architecturale · Le Corbusier · 63 Farben aus der Natur
Le Corbusier (1887–1965) war nicht nur Architekt — er war Maler, Theoretiker, Farbdenker. Seine Polychromie Architecturale entstand in zwei Schritten: zunächst 1931 mit einer ersten Farbklaviatur, dann 1959 erweitert um 20 intensivere Töne. Das Ergebnis: 63 Farben, die alle aus der Natur abgeleitet sind. Kein künstliches Leuchten, kein Knalleffekt — stattdessen Töne, die sich in jeden Raum einfügen, weil sie aus demselben Reservoir stammen wie das Licht, das durch das Fenster fällt.
Das Besondere dieses Systems: Jede der 63 Farben lässt sich stimmig mit jeder anderen kombinieren. Es gibt keine falsche Wahl — nur unterschiedliche Räume, unterschiedliche Haltungen, unterschiedliche Lichtmomente. Die Polychromie Architecturale ist kein Farbpaletten-Tool, sondern eine ewig gültige Farbenlehre. Für Architekten, Planer und alle, die Räume mit Überzeugung gestalten.
„Alle 63 Farben sind Farben der Natur und als solche durchgehend harmonisch miteinander kombinierbar.“
Noir Intense & Blanc Ceruse · Schalter & Taster · JUNG LS 1912
Abgebildet sind auf diesen Fotografien einige der Farben, die uns bei Slow Lofts besonders überzeugen: das kühle, zurückhaltende Blau des Bleu Outremer, das warme Erdbeige des Ombre Naturelle, das stille Cremeweiß des Blanc Ceruse, das intensive Terrakotta des 1 Ocre Rouge und das tiefe Schwarz, das keiner weiteren Erklärung bedarf. Jede dieser Farben erzählt etwas. Gemeinsam erzählen sie einen Raum.
1 Ocre Rouge · Terrakotta · 4-fach · JUNG LS 1912
III — Licht & Slow Living
Licht schalten
als Ritual.
Noir Intense · Schwarze Nacht · JUNG LS 1912
Bei SLOW LOFTS denken wir Licht nicht als technische Funktion, sondern als Stimmung. Das Licht am Morgen ist ein anderes als am Abend. Das Licht, das man dimmt, wenn Gäste kommen, ist ein anderes als das, mit dem man einen Raum verlässt. Jeder dieser Momente beginnt mit dem Schalter an der Wand und genau dort setzt der LS 1912 an.
Der Kipphebel funktioniert nach einer klaren Logik: nach unten zum Einschalten, nach oben zum Ausschalten. Keine Verwirrung, keine Überlegung. Die Geste ist selbstverständlich und das ist kein kleines Verdienst. In einer Welt, in der Bedienoberflächen immer komplexer werden, ist diese Klarheit eine Form von Luxus. Der LS 1912 ist dabei als Schalter, Taster und Multi-Switch erhältlich, 1-fach bis 4-fach, horizontal wie vertikal. Für SLOW LOFTS bedeutet das: Planung bis ins letzte Detail. Welche Kombination sitzt wo? Welche Farbe trifft die Wandfarbe, das Möbelstück, das Licht zu dieser Tageszeit? Das sind keine trivialen Fragen, dies ist Raumgestaltung.
„In einer Welt immer komplexerer Bedienoberflächen ist diese Klarheit eine Form von Luxus.“
IV — Die Marke
JUNG —
seit 1912.
JUNG ist eines der wenigen Unternehmen, die ein Produkt nach dem Jahr ihrer Gründung benennen und damit einen Anspruch formulieren: Dieses Design hat nicht gealtert, weil es niemals einem Trend folgte. Die Albrecht Jung GmbH & Co. KG aus Schalksmühle im Sauerland stellt seit 1912 Elektroinstallationsprodukte her und gehört heute zu den renommiertesten Herstellern weltweit für Schalter, Steckdosen und intelligente Gebäudetechnik.
Die Kooperation mit Les Couleurs® Le Corbusier® ist keine Marketingpartnerschaft, sondern das konsequente Weiterschreiben einer gemeinsamen Ästhetik. Beide JUNG und Le Corbusier stehen für das Primat des Funktionalen, das sich nie von Schönheit trennen lässt. Die handlackierten Schalter werden auftragsbezogen gefertigt, mit einer Lieferzeit von rund zehn Wochen. Das ist kein Nachteil, dies ist das Tempo guter Dinge.
JUNG LS 1912 · Les Couleurs® Le Corbusier® · Licht & Slow Living
JUNG LS 1912 in Les Couleurs® — Details
JUNG LS 1912 in Les Couleurs® Le Corbusier® · Handlackiert, auftragsbezogen · jung-group.com



11 Kommentare
Hallo Oliver,
ich bin durch Zufall auf diesen Artikel gestoßen und jetzt sitze ich hier und starre auf meinen weißen Plastikschalter an der Wand. Ich renoviere gerade mein Altbau-Apartment und habe noch keine Entscheidung beim Thema Schalter getroffen jetzt weiß ich warum. Ich hatte einfach noch nicht das richtige gesehen. Der Bleu Outremer in Kombination mit meinen Putzwänden... das könnte es sein. Danke für diesen wunderbaren Artikel!
Herzliche Grüße
Anna
Hi Oli,
ich arbeite als Innenarchitektin und werde diesen Beitrag direkt an zwei Kunden weiterleiten die gerade in der Detailplanung sind. Das ist exakt das Problem das ich immer wieder erlebe: alles wird durchdacht, Böden, Wände, Möbel und dann kommen Standard-Schalter aus dem Baumarkt. Dieser Satz „ein Raum ist erst dann fertig wenn auch das technisch Notwendige eine gestalterische Entscheidung trägt" sollte über jedem Planungstisch hängen. Danke, Oliver!
Viele Grüße
Miriam
Hallo Oliver,
Wow! Ich hab noch nie so lange über einen Lichtschalter nachgedacht. Aber im Ernst dieser Beitrag macht etwas mit einem. Diese Verbindung zwischen Le Corbusier und JUNG, zwischen Farbtheorie und Alltagsgegenstand, das ist so ein schöner Gedanke. Der Mann hat 1931 über Farbe nachgedacht und heute schalte ich damit das Licht in meiner Küche an. Das hat etwas. Super geschrieben, Oliver!
Bis bald
Stefan
Hey Oliver,
ich kenne die JUNG-Schalter schon länger aber die Les Couleurs Kollektion hatte ich noch nicht auf dem Schirm. Diese 10 Wochen Lieferzeit schrecken manche vielleicht ab aber ich finde das eher sympathisch gute Dinge brauchen Zeit. Ich plane gerade einen Umbau im Erdgeschoss und der Ocre Rouge würde perfekt zu meinen Terrakottafliesen passen. Danke nochmals :)
Beste Grüße
Florian
Hallo Oli,
ich lese deinen Blog regelmäßig aber kommentiere selten bei diesem Beitrag muss ich eine Ausnahme machen. Ich hab vor drei Jahren meinen Altbau kernsaniert und damals lange nach Schaltern gesucht die nicht wie Fremdkörper wirken. Am Ende habe ich mich für einfache weiße Modelle entschieden weil mir nichts Überzeugendes begegnet ist. Nach diesem Artikel weiß ich was damals gefehlt hat. Beim nächsten Projekt mache ich das anders.
Liebe Grüße aus Köln
Tobias
Hi Oli,
was mich an diesem Beitrag besonders trifft ist die Beschreibung der Oberfläche tief matt, fast wie Gouache auf Papier. Ich bin selbst Malerin und diese Assoziation hat mich sofort erwischt. Diese Farbtiefe die entsteht wenn Pigment wirklich in eine Oberfläche eingearbeitet wird und nicht nur darauf liegt das kennt man aus der Malerei und dass das bei einem Lichtschalter funktioniert ist bemerkenswert. Danke Oliver für diesen ungewöhnlichen Blickwinkel!
Herzlichst
Claudia
Hey Oli,
kurze ehrliche Frage: Was kosten diese Schalter ungefähr? Ich find das Konzept absolut überzeugend und gestalterisch sowieso aber ich bau gerade und hab viele Schalter zu planen. Wäre schön wenn du das mal in einem Follow-up einordnen könntest, auch im Verhältnis zu dem was man dafür bekommt. Der Artikel selbst ist jedenfalls mal wieder klasse.
Grüße
Markus
Hallo Oliver,
ich bin Elektroingenieur und normalerweise betrachte ich Schalter wirklich nur funktional. Aber dieser Beitrag hat mich erwischt. Diese klare Kipphebel-Logik unten ein, oben aus die du beschreibst, das ist tatsächlich eine Qualität die unterschätzt wird. In einer Welt wo Taster immer mehr können und immer weniger erklären, ist diese Eindeutigkeit wirklich etwas wert. Schöner Text, sehr überzeugend.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas
Hallo Oliver,
ich hab diesen Artikel meinem Mann geschickt mit dem einzigen Kommentar: „Siehst du? Ich hab IMMER gesagt dass Schalter wichtig sind." Wir renovieren im Frühjahr unser Reihenhaus und das war seit Monaten ein kleiner Streitpunkt er wollte irgendwas Günstiges, ich wollte etwas das zum Rest passt. Jetzt hat er den Artikel gelesen und sagt nur noch „ok, du hattest recht". Mission erfüllt, Oliver. Danke 😄
Viele Grüße
Vera
Hallo Oli,
ich finde den Corbusier und seine Farbtheorie einfach spitzenmäßig. Dein Beitrag ist einer der schönsten Zugänge zu seinem Farb-System den ich je gelesen habe, gerade weil er nicht akademisch daherkommt sondern über einen konkreten Alltagsgegenstand. Die Polychromie Architecturale verdient genau diese Art Aufmerksamkeit. Wirklich gut gemacht.
Vg, Johann
Servus Oliver,
was für ein schöner Abschlussgedanke „das ist kein Nachteil, das ist das Tempo guter Dinge." Den nehme ich mit. Nicht nur für Lichtschalter. Ich folge Slow Lofts schon eine Weile und dieser Beitrag zeigt wieder warum: hier schreibt jemand der wirklich versteht worum es geht. Nicht um Produkte, sondern um Haltung. Danke Oliver, das hat meinen Abend schöner gemacht.
Beste Grüße aus Wien
Katharina
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