Frühlingsdüfte von Atelier Materi


SPRING IS IN THE AIR — Es gibt Häuser, die sich ein einziges Versprechen geben: den Rohstoff in seiner ganzen Tiefe zu zeigen. Atelier Materi ist eines davon. Die Pariser Maison, gegründet von Véronique Le Bihan, denkt Parfum wie Architektur — als Transformation von Materie. Jeder Duft ist einem einzigen Naturstoff gewidmet. Nichts wird übertüncht. Alles wird enthüllt.

Tonka Kumaru und Vanille Carbone sind die neuesten Kapitel dieses Ansatzes. Beide kreisen um verwandte Materialien wie Tonkabohne und Vanille. Beide führen dorthin, wo man diese Stoffe nicht erwartet hätte. Das ist das Versprechen von Atelier Materi: das Vertraute fremd machen. Das Bekannte aufbrechen. Das Rohe sprechen lassen.

Flacon mit Betondeckel  ·  Handgegossen  ·  Handpoliert  ·  Einzigartig

I  —  Tonka Kumaru

Die Mandel,
die wärmt.

Tonka Kumaru  ·  Parfumeur: Céline Perdriel  ·  2026

Tonka Kumaru beginnt wie eine Kindheitserinnerung, die man noch nicht benennen kann. Bergamotte öffnet den Weg, kühl und hell, dann folgt bittere Mandel. Nicht süß, nicht weich, sondern präzise. Kardamom setzt einen Gegenpunkt aus feiner Schärfe. Die Parfumeurin Céline Perdriel hat diesen Duft aus einer persönlichen Erinnerung geschaffen: dem Geruch des Cléopâtre-Klebers aus der Schulzeit, mandelig, tröstend, unwiderstehlich vertraut.

„Ich wollte die rohe Schönheit der Tonkabohne enthüllen — ihre Mandelseite, gourmand und tröstend.“

Im Herz dreht der Duft ab ins Trockene: geröstete Gerste, Heuabsolute, Zedernblatt. Das sind Texturen, keine Süße. Sie geben der Komposition eine raue, körperliche Mitte, die an Sonnenschein auf Holz erinnert, an Stroh, an Stille. Und dann die Basis. Die geröstete Tonkabohne, tief und crèmig, unterlegt von madagassischer Vanille, Amber und vier sorgfältig gewählten Moschus. Hier bleibt man. Hier will man nicht weiterziehen.

Tonka Kumaru  ·  Basis: Geröstete Tonkabohne, Vanille, Amber, Moschus

Tonka Kumaru  —  Noten

Kopfnoten Bergamotte · Bittermandel · Kardamom
Herznoten Geröstete Gerste · Heuabsolute · Zedernblatt
Basisnoten Geröstete Tonkabohne · Vanille · Amber · Moschus
Parfumeur Céline Perdriel
Lanciert 2026

Atelier Materi  ·  Rohstoff als Inspiration  ·  Paris

II  —  Vanille Carbone

Die Vanille,
die brennt.

Vanille Carbone  ·  Parfumeur: Natalie Gracia-Cetto  ·  2025

Vanille ist der meistverwendete Duftton der Welt. Und gleichzeitig der meistmissverstandene. Atelier Materi und Parfumeurin Natalie Gracia-Cetto stellen diese Behauptung auf den Kopf: Was wäre, wenn Vanille nicht süß und weich wäre, sondern dunkel, ledrig, fast gefährlich? Vanille Carbone ist die Antwort und sie überrascht jedes Mal neu.

„Vanille zeigt ihr wahres Gesicht — kontrastierende Texturen zwischen Matt und Glanz, Schatten und Licht.“

Rosa Pfeffer · Schwarzer Pfeffer · Weihrauch · Lederakkord

Der Einstieg ist ein Funke: rosa Pfeffer und schwarzer Pfeffer, lebendig und direkt. Rauchiger Weihrauch trifft auf einen Lederakkord aus Patentleder, glänzend und kühl. Darunter: drei außergewöhnliche Vanille-Extrakte aus Madagaskar, absolut, CO2-extrahiert, Tinktur — jede mit einer anderen Facette, zusammen ein Fundament von ungewöhnlicher Komplexität. Vanille Carbone bleibt keine Stunde, was sie zu Beginn war.

Vanille Carbone  ·  Basis: Drei Madagaskar-Vanille-Extrakte

Vanille Carbone  —  Noten

Kopfnoten Schwarzer Pfeffer · Rosa Pfeffer
Herznoten Patentlederakkord · Weihrauch
Basisnoten Vanille Absolue · Vanille CO2 · Vanille-Tinktur
Parfumeur Natalie Gracia-Cetto
Lanciert 2025

Tonka Kumaru  ·  Vanille Carbone  ·  Atelier Materi

Beide Düfte teilen dasselbe Fundament: den Glauben, dass ein einziger Rohstoff — sorgfältig gewählt, präzise bearbeitet, handwerklich gefasst — mehr sagen kann als jede Komposition aus tausend Bestandteilen. Man trägt sie nicht. Man lässt sie sprechen.

Atelier Materi Tonka Kumaru Vanille Carbone Eau de Parfum Made in France Niche Perfumery Unisex


aerde Restaurant Berlin


NORDIC APPROACH - Mitten in Berlin liegt das Aerde wie ein stiller Gegenpol zur permanenten Beschleunigung der Stadt. Ein Ort, der nicht laut um Aufmerksamkeit bittet, sondern sie sich durch Haltung verdient. Reduzierte Formen, natürliche Materialien und eine Küche, die Präzision über Effekte stellt, schaffen eine Atmosphäre, die ruhig und selbstverständlich wirkt. Bereits beim Betreten entsteht das Gefühl, dass hier jedes Detail bewusst gedacht wurde. Nichts wirkt zufällig, gleichzeitig nichts inszeniert. Genau darin liegt die Stärke des Konzepts. Während viele Restaurants heute versuchen, möglichst sichtbar zu sein, setzt das aerde Restaurant auf Zurückhaltung, Qualität und eine fast selten gewordene Form von Ruhe. In einer Zeit, in der selbst ein einfacher Kaffee oft aussieht wie ein Marketingmeeting mit Keramikbecher, ist das fast irritierend.

aerde Restaurant - DAS DESIGN


Das Design des Restaurants folgt einer klaren, nordisch inspirierten Sprache, die moderne Architektur mit warmer Materialität verbindet. Helles Holz, strukturierter Stein, gebürsteter Stahl und textile Oberflächen schaffen eine Atmosphäre, die reduziert wirkt, ohne kühl zu sein. Die Farbpalette bleibt weich und natürlich: Sand, Creme, Rauchgrau und warme Brauntöne verbinden sich mit dem Tageslicht zu einer ruhigen, beinahe meditativen Gesamtstimmung. Jeder Bereich des Raumes scheint bewusst komponiert, ohne jemals überladen zu wirken. Statt auffälliger Statements entsteht Eleganz durch Proportionen, Licht und Material.

Die Möblierung ist reduziert und weich zugleich. Niedrige Linien, feine Rundungen und handwerklich wirkende Details verleihen dem Raum Ruhe und Balance. Keramik, Leinen und matte Oberflächen sorgen dafür, dass der Raum nicht nur visuell funktioniert, sondern auch haptisch erfahrbar wird. Selbst kleine Elemente wie Gläser, Tellern und Leuchten fügen sich selbstverständlich in das Gesamtkonzept ein. Man spürt, dass hier nicht einfach dekoriert wurde, sondern eine klare gestalterische Haltung existiert.

Besonders prägend ist der Umgang mit Licht. Tagsüber wirkt der Raum offen, leicht und beinahe transparent. Natürliches Licht reflektiert auf Stein, Holz und Glas und verstärkt die ruhige Wirkung des Interiors. Am Abend verändert sich die Stimmung spürbar: Indirekte Beleuchtung erzeugt eine weichere, intimere Tiefe. Auch die offene Raumstruktur trägt zur Wirkung bei. Küche, Gastraum und Bewegungsflächen stehen in einem natürlichen Verhältnis zueinander. Dadurch entsteht Nähe, ohne dass der Raum laut oder hektisch wirkt. Gäste können Abläufe beobachten, Bewegungen wahrnehmen und trotzdem das Gefühl von Ruhe behalten. Genau diese Balance aus Offenheit und Zurückhaltung macht das Design vom aerde Restaurant besonders.

aerde Restaurant - DAS MENÜ

Die Küche konzentriert sich auf saisonale Zutaten, klare Aromen und eine moderne, reduzierte Form von Genuss. Gemüse steht häufig im Mittelpunkt der Gerichte und wird mit derselben Präzision behandelt wie klassische Hauptkomponenten. Frische Kräuter, feine Säure und fermentierte Elemente sorgen für Tiefe, Spannung und Balance. Die Gerichte wirken reduziert, ohne schlicht zu sein. Statt Überladung entsteht Komplexität durch Texturen, Temperatur und die Qualität der Produkte.

Internationale Einflüsse verbinden sich mit einer skandinavisch geprägten Klarheit, die sich durch das gesamte Menü zieht. Die Präsentation bleibt bewusst zurückhaltend und präzise. Kein unnötiger Effekt, keine dekorative Überforderung. Jeder Teller wirkt ruhig komponiert und dadurch entsteht eine Form von Modernität, die nicht laut sein muss, um Eindruck zu hinterlassen.

Auch die Getränkekarte folgt dieser Haltung. Natürliche Weine, ausgewählte Cocktails und alkoholfreie Pairings ergänzen die Küche, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Die Kombinationen wirken durchdacht und fein abgestimmt. Weniger Inszenierung, mehr Qualität. Eine wohltuende Zurückhaltung in einer Welt, in der manche Drinks aussehen, als hätte ein Labor beschlossen, plötzlich emotional zu werden.

aerde Restaurant  - DIE ATMOSPHÄRE

Im aerde Restaurant entsteht eine Atmosphäre, die sich weniger wie ein klassischer Restaurantbesuch anfühlt und mehr wie ein bewusst gestalteter Zustand. Der Raum entschleunigt, ohne distanziert zu wirken. Gespräche bleiben präsent, ohne den Raum zu dominieren; Musik und Service greifen ruhig ineinander und erzeugen eine Stimmung, die gleichzeitig urban und entspannt wirkt. Gäste bleiben länger sitzen, bestellen noch ein Glas Wein, beobachten Lichtreflexionen auf den Tischen oder das ruhige Zusammenspiel im Raum. Die Stadt draußen läuft weiter in ihrer üblichen Selbstüberforderung — drinnen entsteht ein anderer Rhythmus.

Das Gesamtkonzept basiert auf Balance: zwischen Stadt und Ruhe, Design und Funktion, Präzision und Wärme. Architektur, Licht, Service, Musik und Küche wirken nicht wie einzelne Elemente, sondern wie Teile einer gemeinsamen Haltung. Genau dadurch entsteht Kohärenz. Nichts wirkt überinszeniert, und trotzdem fühlt sich jeder Bereich bewusst gestaltet an. Auch der Service folgt dieser Philosophie. Präsenz ohne Aufdringlichkeit, aufmerksam ohne formell oder distanziert zu wirken. Abläufe erscheinen ruhig und selbstverständlich. Statt klassischer Fine-Dining-Distanz entsteht eine moderne Form von Gastlichkeit, die offen, entspannt und gleichzeitig präzise bleibt.

Mit dem Tagesverlauf verändert sich die Stimmung des Raumes. Tagsüber wirkt er leicht, offen und klar. Am Abend entsteht mehr Tiefe durch gedimmtes Licht, Spiegelungen auf Stein und Glas und die ruhigere Energie des Restaurants. Trotzdem bleibt immer eine gewisse Leichtigkeit bestehen. Kein hektischer Szenetreffpunkt, sondern ein Ort mit eigenem Rhythmus.

Aerde versteht Luxus nicht als Überfluss, sondern als Qualität, Aufmerksamkeit und Ruhe. Das Restaurant beeindruckt nicht durch Lautstärke, sondern durch Konsequenz. Ein Ort, der nicht versucht, etwas darzustellen, sondern einfach genau weiß, was er sein möchte. Für manche vermutlich zu leise. Für andere genau deshalb unvergesslich.

GRAU Parrot Floor

GRAU Parrot Floor in Dune

SLOW LIGHT - Es gibt Gegenstände, die ein Zimmer still verändern, ohne es zu behaupten. Die Parrot Floor von GRAU gehört dazu. Seit ihrer Entstehung am GRAU Campus nahe Hamburg — entworfen von Melchior und Timon Grau — ist sie eines jener seltenen Lichtobjekte, das man nicht einschaltet, sondern aufsucht.

Parrot Floor Detail
Parrot Floor Ambiente

Was sie auszeichnet, ist nicht allein ihr Licht. Es ist die Art, wie sie es trägt. Der Leuchtenkopf sitzt tangential auf dem schlanken Aluminiumschaft — eine Geste, die an Giacomettis Walking Man erinnert, an Figuren, die sich schon im nächsten Moment fortbewegen könnten. Diese skulpturale Haltung gibt der Parrot ihre spezifische Präsenz: aufmerksam, gerichtet, lebendig.

„Kein fester Standpunkt — nur das richtige Licht am richtigen Ort.“

Der Kopf dreht sich endlos, 360 Grad, ohne Anschlag. Dimmen bedeutet hier nicht Verlust — es bedeutet Wandel. Das integrierte Sunset Dimming passt die Farbtemperatur automatisch an, während man herunterdimmt: von 2.600 Kelvin, klarem Arbeitslicht, bis zu 1.200 Kelvin, einem tiefen, blaustichfreien Abendgold. Die Parrot folgt dem Tag, wie der Tag dem Licht folgt.

Parrot Floor Portable mit Ladestein

In der mobilen Version — der Parrot Floor Portable — lädt ein magnetischer Ladestein die Leuchte in zwei Stunden vollständig auf. Bei voller Helligkeit brennt sie acht Stunden; gedimmt, in der stillen Abendroutine, bis zu 100 Stunden. Sie braucht keine Steckdose in Reichweite. Sie braucht nur einen Raum.

Parrot Floor Dune Farbweg

Dune — Neuer Farbweg 2025

Dune
Anodisiertes Aluminium  ·  Warm Sand  ·  Eloxiert in Deutschland

Mit Dune führt GRAU einen Farbweg ein, der von Stille handelt. Nicht das Grau der Zurückhaltung, nicht das Weiß der Leere — sondern ein warmes, sandfarbenes Eloxat, das an abendliches Licht auf hellem Stein erinnert. Dune ist die Farbe eines Raumes, der geatmet hat. Sie lässt das Aluminium weich erscheinen, ohne seinen Charakter aufzugeben.

Parrot Floor Dune Detail
Parrot Floor Dune Raumsituation

Im Zusammenspiel mit dem Fire Vibe — einer voreingestellten Lichtszene, die feine Gold- und Bernsteintöne in sanfte Bewegung versetzt — entfaltet Dune seine volle Tiefe. Das Licht und die Oberfläche sprechen dieselbe Sprache. Beide warm. Beide ruhig. Beide da.

Parrot Floor Lichtstimmung

Die Leuchte ist, bei allem Technischen, ein Versprechen an die Sinne. Man berührt das bündige Aluminium und spürt Präzision. Man dreht den Kopf und spürt Freiheit. Licht, Objekt und Material fügen sich zu einer Form zusammen, die nicht erklärt werden muss — sie wird einfach benutzt, und irgendwann bemerkt man, dass man sie vermissen würde.

Parrot Floor Schalter Detail
Parrot Floor Dune Gesamtansicht

Technische Merkmale

Material Eloxiertes Aluminium
Leuchtmittel Integriertes LED-Modul · 10 W
Farbtemperatur 1.200 – 2.600 K
Kopfrotation 360° endlos
Akkulaufzeit 8 – 100 Stunden
Ladezeit ca. 2 Stunden · Magnetischer Ladestein
Herstellung GRAU Campus · Deutschland
Neuer Farbweg Dune

Das Rutz Restaurant

FINE DINING IN BERLIN - Im Herzen von Berlin Mitte liegt das Rutz Restaurant, ein Ort, der sich bewusst aus der üblichen Kulinarik-Rhetorik heraushält. Kein lautes Versprechen, kein dekorativer Zugriff auf Trends, keine Inszenierung von Erlebnis. Stattdessen ein klar fokussierter Anspruch an Küche, Raum und Idee. Hier geht es nicht um das schnelle Beeindrucken, sondern um Konsequenz. Um eine Haltung, die sich in jedem Detail zeigt, ohne sie erklären zu müssen. Das Rutz wirkt dadurch weniger wie ein klassisches Restaurant und mehr wie ein präzise kuratierter Raum für Konzentration. Was diesen Ort auszeichnet, ist seine Ruhe. Eine Ruhe, die nicht aus Leere entsteht, sondern aus Entscheidung. Alles Überflüssige wurde entfernt, bis nur noch das bleibt, was trägt.

DAS DESIGN - Rutz Restaurant 

Das Design im Rutz Restaurant folgt einer klaren Entscheidung für Reduktion statt Inszenierung. Der Raum verzichtet bewusst auf gestalterische Übertreibungen und setzt stattdessen auf eine ruhige, präzise Sprache, die den Fokus nicht auf sich selbst lenkt, sondern auf das Geschehen am Tisch. Materialien bleiben ehrlich und unverstellt. Holz, Stein und Metall treten nicht als dekorative Elemente auf, sondern als funktionale Bestandteile einer klaren Raumordnung. Diese Zurückhaltung schafft eine visuelle Ruhe, die sofort spürbar ist und den Raum fast selbstverständlich wirken lässt.

Auch die Farbwelt bleibt konsequent gedämpft. Keine starken Kontraste, keine visuellen Ablenkungen. Alles ist darauf ausgerichtet, eine gleichmäßige, konzentrierte Atmosphäre zu erzeugen, die nicht konkurriert, sondern trägt.

Licht wird nicht inszeniert, sondern präzise geführt. Es strukturiert den Raum, definiert Übergänge und setzt Orientierungspunkte, ohne selbst in den Vordergrund zu treten. Dadurch entsteht eine kontrollierte Klarheit, die den Blick automatisch auf das Wesentliche lenkt. Die Möblierung folgt dieser Logik konsequent. Reduziert in der Form, funktional im Anspruch, ohne dekorative Überladung. Jedes Element erfüllt seinen Zweck und fügt sich gleichzeitig nahtlos in das Gesamtbild ein. So entsteht ein Raum, der sich bewusst zurücknimmt und gerade dadurch eine starke Präsenz entwickelt.

DIE ATMOSPHÄRE - Rutz Restaurant

Die Atmosphäre im Rutz ist geprägt von einer stillen, fast konzentrierten Ernsthaftigkeit, die sich nicht aufdrängt, sondern aus dem gesamten Raum heraus entsteht. Es ist kein Ort der Zerstreuung, sondern einer gebündelten Aufmerksamkeit. Man merkt schnell, dass hier jeder Reiz eine gewisse Absicht trägt und nichts dem Zufall überlassen wird. Der Raum selbst unterstützt diese Haltung, ohne sie zu inszenieren. Es gibt keine lauten gestalterischen Signale, keine visuellen Ablenkungen, die den Blick vom Wesentlichen wegziehen würden. Stattdessen entsteht eine ruhige Gleichmäßigkeit, die das Geschehen fast wie unter einer feinen Linse erscheinen lässt. Alles wirkt näher, fokussierter, klarer.

Diese Konzentration überträgt sich auf die Gäste. Gespräche bleiben leise, Bewegungen bedacht, nicht aus steifer Etikette, sondern aus einer Art natürlicher Anpassung an den Raum. Man passt sein Tempo an, ohne dass es jemand fordert. Die Zeit scheint sich leicht zu verlangsamen, ohne stehenzubleiben. Interessant ist, dass diese Ruhe nie leer wirkt. Im Gegenteil: Sie erzeugt eine spürbare Dichte. Jeder Moment bekommt mehr Gewicht, weil nichts ihn überlagert. Selbst das Warten zwischen den Gängen ist kein Zwischenraum, sondern Teil des Erlebnisses.

DAS MENÜ - Rutz Restaurant

Das Menü im Rutz Restaurant ist kein dramaturgisches Spektakel, sondern eine präzise gesetzte Abfolge von Gedanken in essbarer Form. Jeder Gang wirkt wie eine Entscheidung, die bis auf ihren Kern reduziert wurde. Nichts erscheint zufällig, nichts dekorativ. Stattdessen entsteht eine klare Linie, die sich langsam aufbaut und mit jedem Teller an Dichte gewinnt. Die Küche arbeitet mit einer fast analytischen Genauigkeit. Produkte werden nicht interpretiert im Sinne von Überformung, sondern verstanden und herausgearbeitet. Ein einzelnes Element kann dabei ausreichen, wenn es stark genug ist. Wo andere Küchen auf Kombination setzen, setzt das Rutz auf Verdichtung. Geschmack wird nicht erweitert, sondern fokussiert.

Diese Reduktion ist jedoch nie simpel. Hinter der scheinbaren Ruhe steckt eine hohe technische Präzision. Garpunkte, Texturen, Temperaturverläufe – alles ist so gesetzt, dass es nicht auffällt, sondern funktioniert. Der Effekt ist eine Klarheit, die sich erst im Moment des Essens vollständig entfaltet.

Im Verlauf des Menüs entsteht eine stille Steigerung. Nicht über Lautstärke oder Überraschung, sondern über Intensität und Tiefe. Die Gerichte sprechen nicht gleichzeitig, sondern nacheinander. Dadurch entsteht eine Art innerer Rhythmus, der das gesamte Erlebnis trägt. Am Ende bleibt kein Eindruck von Überfluss, sondern von Genauigkeit. Das Menü im Rutz ist weniger eine Abfolge von Gerichten als eine Haltung auf dem Teller – konsequent, ruhig und kompromisslos auf das Wesentliche reduziert.

 

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