Gehen wir zurück zum Jahr 2010. Als ich meine ersten Fashion Weeks besuchte, mit den ersten Bloggern in Deutschland Stück für Stück das Thema Blog voranbrachte. Das waren Zeit ...  und ja, es war alles anders. Da waren Blogger tatsächlich noch Blogger. Unsere Entscheidungen und Motivationen waren ganz klar: Spaß haben, relevanten Content produzieren und etwas die Welt verändern und schlussendlich einfach mal gucken wo die Reise hingeht! Unsere Motivation war ganz klar das Erlebnis und der Content und nicht das Geld oder die Anzahl potenzieller Kooperationspartner. 

Im Laufe der Zeit hat sich jeder einen festen Leserkreis aufgebaut, Blogs haben sich professionalisiert und weiterentwickelt und dadurch rückte das Thema Werbung und Verantwortung immer mehr in den Mittelpunkt. Umso attraktiver wurden Blogs auch für Unternehmen! Und als Social Media Plattformen - wie Instagram - die Führungsposition übernommen haben, hat sich durchaus alles verändert. Blogger und „Influencer“ sind zu reinen Werbemaschinen geworden die nicht nur ihren Blog sondern auch ihren SM-Kanäle mit #sponsored Content fast täglich überfluten. Umso mehr #sponsored Content man auffindet, desto erfolgreicher ist man und ist auch echt stolz drauf banalen Content wiederzugeben die austauschbare Marken diktieren.

Mir ist bewusst das Zusammenarbeiten mit Firmen auf Gegenseitigkeit beruht. Firmen freuen sich über recht günstige Werbeformate und die Blogger natürlich über das Geld was man mit seiner Plattform verdienen kann. Ganz klar, so geht es auch mir. 

Doch ich distanziere mich ganz klar davon, eine Werbemaschine zu werden. Es gibt keinen mündigen Konsumenten. Das kann man wissenschaftlich belegen und alleine in meinem Studiengang Brand Management wiederholen Dozenten die Tatsache fast täglich. Ich schließe mich selbst natürlich nicht aus. Meinungen und Anpreisungen von anderen sind für uns alle wichtig. Ob wir uns davon auch überzeugen lassen ist ein anderes Thema. Doch sollte man sich vor allem als Blogger die Frage stellen: Kann ich solch eine Promotion auch wirklich unterstützen? Passt die Marke zu mir und meinen Lesern und schlussendlich würde auch ICH den Beitrag relevant und interessant finden? 

Eine banale, nervige Plakatwerbung kennt jeder von uns, will man den gleichen Ruf auch als Blogger haben und dies als Differenzierungsmerkmal nutzen? „Wir können uns dem nicht entziehen und deshalb sollte jeder Mensch mit einer Plattform verdammt nochmal Verantwortung tragen“ Jana bringt es auf den Punkt und bringt ein gutes Beispiel"

DO MORE! So sehe ich es auch. Wir als Blogger sollten Verantwortung übernehmen und unserer "Reichweite bewusst sein". Daher sollten wir ganz klar über den Absichten der Unternehmen und der Werbung stehen und nur dann mit relevanten Brands zusammenarbeiten wenn es auch zu UNSEREM Content passt. Außerdem sollten wir uns Rückbesinnen auf die Intention die wir am Anfang hatten als wir unsere Blogs gestartet haben (Back to -> Content und Leidenschaft). Unsere Leser sollten wir als Freunde sehen und nicht als „Kunden“ und ganz klar ein Gleichgewicht schaffen hinter dem wir stehen.

Einen ähnlichen Blickwinkel zu dem Thema gibt es wie ich bereits schon angesprochen habe bei Jana von bekleidet die mit unter auch zu den ersten Bloggern in Deutschland dazugehört und der ich schon Jahre folge. Sehr lesenswert!

Mich würde interessieren wie ihr zu dem Thema steht und welchen Standpunkt ihr vertretet?!