Er kommt jedes Mal wie ein kleiner Schock, dieser Moment, wenn man auf den Rolltreppen durch die durchsichtigen Plexiglasröhren nach oben in die sechste Etage gleitet: unter einem die Stadt mit ihren Millionen Schornsteinen, vom Tour Montparnasse über den Eiffelturm ganz hinten bis zu Sacré Coeur oben auf dem Hügel alles im zarten Pariser Schiefergrau, Champagnerbeige, Rosé. Und dazu das Wissen: Man selbst steckt mitten in einem krachbunten Fabrikmonster, dessen Rohre in Schwefelgelb, Wasserblau und Alarmrot zu einer labyrinthischen Produktionsanlage zusammengeschraubt scheinen.

Nirgends lässt sich die Klischeeromantik von Paris besser durchbrechen als hier, im Centre Georges Pompidou am Rive Droîte der Seine. 

Stereotype in Frage zu stellen, das ist so etwas wie der Bauplan des Museums für moderne Kunst - und es funktioniert auch heute, 40 Jahre nach seiner Eröffnung, noch einwandfrei. Damals hatte das revolutionäre Gebäude von Architekt Renzo Piano viele Namen, von "Raffinerie der Künste" über die "Umsetzung eines Traums von Fernand Léger" bis hin zum "Supermarkt des Wissens und der modernen Kunst". 

Ein Ort der zum Träumen anregt und auf jeden Fall auf eurer nächsten Paris-Reise besucht werden sollte. Der Eintritt bis zum 26. Lebensjahr ist FREE daher die Chance noch rechtzeitig nutzen ... es lohnt sich!