30083264491_804975eb31_o 
Wir ihr bestimmt schon in den letzten Jahren mitbekommen habt, liebe ich Whisky. In den letzten Jahren habe ich mich außerdem intensiver mit verschiedenen Sorten und Reifegraden auseinandergesetzt. Für alle die, die auch gern Whisky trinken aber noch nicht soviel Erfahrung habe, sollten folgende Tipps rund um das Thema Whisky beachten. 

Denn nur wenn ihr diese kleinen Tipps befolgt, könnt ihr das schätzen was einen guten Whisky nämlich ausmacht, nämlich der sehr besondere Geschmack! Welchen man liebt oder eben hasst ;)
.
30132958836_0e87e6d3ed_o  
Tipp #1: Achte auf Mundgefühl und Komplexität Ich kenne keine 2 Begriffe der Whisky-Industrie, die häufiger verwechselt werden als „Mundgefühl“ und „Komplexität“. Und ich gebe zu, dass ich in den ersten Jahren in der Whisky-Szene auch keinen blassen Dunst hatte, was das eine noch das andere bedeutet. Ich stellte mir damals nicht einmal die Frage, ob ich sie verwechsle, denn ich wusste nicht, was sie bedeuten. Als ich dann erstmals eine grobe Definition bekam, begann die Verwechslung. „Mundgefühl“ und „Komplexität“ definieren zu können, sie unterscheiden zu können, ist jedoch wichtig, wenn du einen Whisky analysieren möchtest. 

So solltest du vorgehen: Lies dir die Definition beider Begriffe durch und verinnerliche sie, indem du einen Whisky parat hast. Verkoste diesen und versuche folgende Fragen mit eigenen Worten zu beantworten: Mundgefühl/Körper:Was fühle ich im Mund? Intensives Brennen? Oder ist der Whisky eher weich? Liegt er eher schwer oder leicht auf der Zunge? Wirkt er gar ölig? Komplexität:Hat dein Whisky nur ein paar auffällige Aromen oder ist er vielschichtig und du könntest endlos nach kleinen Nuancen suchen?

Tipp #2: Kenne die Bedeutung von Adstringenz Ich trank Whisky und dachte mir, ich kenne die Aromen, die es gibt. Ich lag falsch, völlig falsch. Denn da ich nicht wusste, was Adstringenz bedeutet, konnte ich nicht danach suchen. Folglich erkannte ich es auch nicht, wenn es ein Whisky besaß. Zwar hatte ich es schon im Zusammenhang mit Wein und seinen Reben gehört, übertrug es aber nicht auf Whisky. 

Dabei hat Whisky ebenfalls eine Adstringenz-Quelle. Eine, in der er mehrere Jahre verbringt: das Holzfass. Dieses gibt neben anderen Molekülen auch Tannine bzw. Gerbstoffe an das Destillat ab. Ist deren Konzentration zu groß kann es zu Adstringenz kommen. 

So solltest du vorgehen: Hast du ein Glas Whisky vor dir und fragst dich, ob er jetzt adstringierend wirkt oder nicht, dann beantworte dir folgende Fragen: Habe ich beim Trinken das Gefühl, dass es mir den Mund nach innen zieht? Bekomme ich ein pelziges Gefühl auf der Zunge? Merkmale der Adstringenz sind meistens eindeutig. Kannst du daher die beiden Fragen mit „Ja“ beantworten, ist es wahrscheinlich, dass dein Whisky zu viele Tannine bzw. Gerbstoffe enthält.

30083262871_2f735b982d_o

Tipp #3: Verkoste retronasal Wenn ich Whisky zu mir nehme, gelangen 2 Dinge in mich: der Whisky in den Mund, die Luft in die Nase. Auf diese Weise erkannte ich zwar einige Aromen, bei weitem aber nicht alle, die der Whisky anbot. Dies lag daran, dass ich nicht wusste, dass meine Nase die meisten Whisky-Aromen erst beim Ausatmen erkennt. So solltest du vorgehen: Riechst du an einem Whisky, ist es vor allem das Einatmen, dass es dir ermöglicht Aromen zu entdecken. Hast du den Whisky allerdings im Mund, solltest du dich auf die retronasale Atmung konzentrieren. 

Kurzum: Achte auf die Aromen beim Ausatmen. Spiele mit deiner Zunge den Whisky hin und her. Halte dabei den Mund geschlossen und atme langsam ein- und aus. Während du nun die Luft in deiner Nase hin- und herschiebst, nimmt diese zahlreiche Aromen wahr.

Tipp #4: Ich wusste nicht, dass ich ein Lieblings-Nasenloch habe Ich schreibe mit Rechts. Versuche ich es mit Links, sieht es aus, als hätte ich die vierte Klasse nie bestanden. Dass die Nase einem ähnlichen Links-Rechts-Schema folgt, war mir lange Zeit nicht bewusst. Die wenigsten wissen dies, da wir normalerweise mit beiden Nasenlöchern gleichzeitig riechen. Die Sinneseindrücke des dominanten Nasenlochs überlagern dabei die des schwachen. 

So solltest du vorgehen: Hast du dein Whisky-Glas vor dir, dann schwenke es langsam unter deiner Nase. Stelle zunächst fest, mit welchem Nasenloch du die meisten Aromen erkennst. Konzentriere dich auf dieses und schwenke nur manchmal zum anderen.

30083264911_4559e21684_o

Tipp #5: Wisse woher die Aromen eines Whiskys stammen Zu verstehen, woher ein Whisky seine Aromen bekommt, ist aus einem Grund wichtig: Erkennst du das eine Aroma, findest du häufig auch verwandte. Das war mir lange Zeit nicht bewusst, und so entdeckte ich zwar die ein oder andere Note, ähnliche blieben mir aber verborgen. 

So solltest du vorgehen: Um zu verstehen welche Aromen miteinander verwandt sind bzw. den gleichen Ursprung haben, solltest du die einzelnen Herstellungsschritte von Whisky kennen. Für Bouquet und Geschmack solltest du dich dabei vor allem auf Fermentation und Fassreifung konzentrieren. 

Tipp #6: Achte auf Fehlnoten Ich war in den ersten Jahren so sehr damit beschäftigt, überhaupt Aromen in einem Whisky zu entdecken, dass ich gar nicht an Fehlnoten dachte. Dass es einzelne Noten in jenem Brand geben sollte, die von der Destillerie nicht gewollt waren, per definitionem als Off-Flavours waren, war mir nicht bewusst. So solltest du vorgehen: Die Fehlnoten eines Whiskys werden unterteilt in „Mangel“, „Krankheit“ oder „Fehler“. 

Bevor du dich auf die Suche nach diesen machst, solltest du zuvor wissen, was deren „Symptome“ sind. Lies dir daher zuerst deren Ursprung durch sowie typische Aromen, an denen du sie erkennst. 
.