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Ich blogge nun seit über 5 Jahren. Mal mehr, mal weniger. Aber immer gerne. Im Laufe der Zeit ist der Blog ein guter Freund geworden, dem ich von meinem Leben erzähle. Manchmal gibt es eben mehr zu erzählen, man sieht sich öfter, tauscht sich aus. Dann gibt es natürlich auch Phasen, in denen man mehr Abstand braucht oder es nicht viel Neues zu berichten gibt. 

Eigentlich habe ich mir da nie viel Stress gemacht. Lief es gut - prima. Lief es weniger gut - auch okay! 

Ich hatte niemals eine super große Reichweite. Klicks waren mir egal. Ich schrieb vor allem für mich und freute mich wenn ich vielleicht ein paar Menschen da draußen auch unterhalten, inspirieren oder einfach teilhaben lassen konnte. 

Nun hat sich das Bloggerdasein in den Jahren sehr verändert. Immer öfter bekommt man Emails zwecks Kooperationen, Sponsored Posts, etc. Manches davon ist interessant, aber extrem wenig kommt letztlich wirklich für mich infrage.

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Also befasste ich mich mehr mit SEO und anderen Möglichkeiten meine Reichweite zu steigern. So landete ich von einem Tutorial zum nächsten Tutorial, von einer Anleitung zur nächsten Anleitung. Vieles war sehr informativ und hilfreich... In meinem Kopf aber war vor allem eins: Immenser Druck. Mehrfach täglich kontrollierte ich Google Analytics um zu sehen ob die Leserzahlen stiegen. Ich bemühte mich tolle Texte zu schreiben. Aber das Bloggen machte mir nicht mehr soviel Spaß. 

Auch die Fashion Weeks sind für mich persönlich nicht mehr das, was sie mal waren. Ich fühle mich unwohl. Als ich 2012 noch mitunter ganz weniger Blogger bei der Fashion Week war, ging es darum eine geile Zeit zu haben, viel zu feiern die Mode aufzusaugen sich inspirieren zu lassen. Heute wird man eiskalt nur noch nach der Reichweite beäugt. Schnell aussortiert und nur die bekannten Gesichter, dessen Personalität mehr als austauschbar geworden ist, nehmen bei den Shows in der ersten Reihe platz. Ob sie jemals was von der Show posten werden, geschwiege diesen Designer überhaupt kennen... EGAL! Hauptsache ist man nimmt in der ersten Reihe platz und stellt sich selbst dar! 

Ist also nur ein reichweitenstarker Blog auch wirklich ein erfolgreicher Blog? 

Während unseres Silvestertrips nach Warschau kreisten die Gedanken fortwährend um das gleiche Thema: Will ich so weiterbloggen? Um "Anderen" gerecht zu werden? Das ist mein ganz persönliches Dilemma in vielen Lebenssituationen. Wollte ich das jetzt auch noch auf meinen Blog übertragen?

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Warum hatte ich denn mal angefangen zu bloggen? Ich wollte einfach nur Erinnerungen festhalten. Welche Blogs finde ich am Schönsten? Ich liebe es bei Katelovesme oder Fashiontoast mitzulesen (das ist nur eine winzige Auswahl) - gerade an diesen großen Blogs sehe ich aber eines: Keine Suchmaschinenoptimierung, keine strukturierten "geplanten" Texte... Nein, sie leben "vom Leben". Vom Alltag, von Gedanken und vom "authentisch und kreativ sein". Klar, sind zwischen allen den Postings auch Kooperations-Postings, dies gehört mittlerweile dazu. Aber diese Kooperationen beschränken sich dabei NUR auf Brands die wirklich auch zur Person hinterm Blog passen und sind wohl überleget und ausgesucht!

Ich blogge - weil ich es gerne tue. Wie ich es tue. 

Ich mag mich und meine unperfekten Texte, will mich nicht verbiegen - nur um möglichst viele Leser zu haben? Wer hier gerne liest wird wiederkommen - und ich freue mich über jeden, dem es hier gefällt. 

So wie es hier ist. Bunt, nicht in eine "Nische" passend, nicht konzentriert, fokussiert oder geplant. Das können andere Blogger besser, sehr viel besser. 

Ich möchte keinem anderen Anspruch außer meinem eigenen gerecht werden müssen - das fällt mir im "wahren" Leben oft so unglaublich schwer. Hier auf meinem Blog kann ich ja aber schon mal anfangen das zu üben. 

Ich finde jeder Blog hat seine Berechtigung, ob als "Business" oder als Tagebuch. Was lest ihr lieber? Oder, wenn ihr selber bloggt, wie handhabt ihr das? Würde mich auf jeden Fall über einen regen Austausch freuen!