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Vorgestern Abend packten mich die Emotionen. Eigentlich bin ich ein großer Befürworter positiver News und befasse mich sehr, sehr ungern mit Negativität. Wie ihr natürlich wisst, hat sich Montag Abend in Berlin schon der zweite Terroranschlag in Deutschland ereignet der uns aktuell zur Weihnachtszeit besonders trifft.
Plötzlich schmissen wir unsere gewohnte Abendplanung komplett über Bord.
Ich war gerade am Kochen als ich die Nachricht auf meinem Handy erblickte. Ich setzte mich sofort aufs Sofa kontaktierte erst einmal alle meine Freunde aus Berlin um mich zu erkundigen, ob sie in Sicherheit sind. Nachdem ich dies gemacht habe, setze ich mich an meinen Mac und verfolgte alle Twitter-Nachrichten die rund um das Thema kreisten. Auch die Liveübertragung von N-TV verfolgte ich mit großer Betroffenheit. 
Die modernen Medien bieten uns die Möglichkeit, schnelle Informationen zu bekommen auch wenn diese nicht immer der Wahrheit entsprechen. Doch schlussendlich wollen wir alles sofort wissen! Mich packte in diesen Stunden ein wirklich bedrückendes, hilfloses Gefühl. Mir tut diese Ereignis einfach nur Leid, die Menschen die ums Leben gekommen sind und alle betroffenen Familien. Außerdem alle Berliner und Touristen die sich zur dieser Zeit an dem Ort der Tat befanden. 
Ferner bedrücken mich die unabsehbaren Folgen. Es ist nämlich schon jetzt absehbar, dass vor allem dieser Umstand in der öffentlichen Wahrnehmung haften bleiben wird. Er wird der Kern sein, um den viele der kommenden Debatten kreisen werden. Und das ist äußerst beunruhigend. Vor allem da nächstes Jahr wieder die Wahlen anstehen.

Doch Angst ist ein schlechter Ratgeber 


Diesen psychologischen Faktor muss eine Gesellschaft und jeder Einzelne in den Griff bekommen. Sonst drehen alle völlig durch. Sich in diesem Rahmen von der Angst leiten zu lassen, bringe aber nichts. Viel mehr müsse man wachsam sein – und dazu gehören für mich auch schärfere Sicherheitskontrollen. Wer zum Beispiel mit einem richtig großen Rucksack ins Kino etc. möchte, sollte kontrolliert werden. Ich warte gerne länger an einer Warteschlange wenn es um die Sicherheit von anderen Menschen und meiner geht. Das passiert mir verglichen mit den USA zu wenig. Dazu brauche man keine schwer bewaffneten Polizisten – wie der Anschlag in Ansbach zeige, wo der Täter von einem Ticket-Kontrolleur abgewiesen wurde, ehe er sich vor einem nahegelegenen Café in die Luft sprengte. Doch an sich muss man die Tatsache akzeptieren, dass solche Anschläge schlichtweg nicht verhindert werden können!

Schlussendlich müssen wir auch in Deutschland, mit der Realität des Terrors leben lernen. Dazu gehört auch, die Dinge beim Namen zu nennen. Wenn einer mit einem LKW in eine Menschenmasse fährt, dann ist er kein mutmaßlicher Attentäter, sondern er ist ein Attentäter.

Terror ist ein globales Problem.

Um zu vermeiden, dass durch Vorfälle wie jetzt in Berlin berechtigte Ängste zu irrationalen Pauschalisierungen aufgebläht werden, ist es wichtig, noch einmal auf ein paar Fakten zu verweisen: Die große Mehrheit der Muslime in der Welt lebt friedlich miteinander. Die allermeisten Menschen, die aus Syrien, dem Irak oder Pakistan zu uns geflohen sind, verachten Gewalt, ja, viele sind genau davor geflohen. Vor den Bombenanschlägen in Bagdad, den Vergewaltigungen durch den IS in Mossul, den Gräueltaten durch extremistische Gruppen in Syrien. Die meisten Opfer islamistischen Terrors sind nicht Christen, sondern Muslime. Ja, der islamistische Terror ist ein gewaltiges globales Problem. Er wird uns auch in den kommenden Jahren umtreiben, uns herausfordern, uns auch verzweifeln lassen. Begegnen können wir ihm aber vor allem durch Zusammenhalt. Hass und Hetze spielen ihm dagegen in die Hände.