xxx

Der Winter 2015 ist nicht mehr fern! Kommt man jetzt in die Geschäfte, erblickt man fast nur noch die Winterkollektionen. Wollte man das, was auf den Schauen in London, Mailand und Paris gezeigt wurde, mit nur einem Wort beschreiben, wäre es: klassisch. Elegant geschnittene Anzüge und Mäntel dominierten die meisten Kollektionen. Wer aber genau hingesehen hat, konnte bei vielen Labels feine Exzentrik und ungewöhnliche Details entdecken. Genau diese Feinheiten liebe ich die Saison! Anbei eine kleine Übersicht.

1. High Waist

cccd Pictures via Jil Sander

1. High Waist : Mit besonderer Spannung wurde die Fashion Show von Jil Sander erwartet. Nachdem die deutsche Mode­ visionärin und Namensgeberin des Labels sich 2013 aus der Mode zurückgezogen hatte, hinterließ sie eine große Aufgabe für ihren Nachfolger Rodolfo Paglialunga. Der Italie­ner meisterte sie mit Erfolg. In seiner Debütkollektion griff er die Designtheorien von Jil Sander in würdiger Weise auf und bot außerdem zahlreiche gelungene Neuheiten. Neben weit gehaltenen Langarm­polohemden zählen dazu auffallend hoch geschnittene Bundfaltenhosen. Paglialunga war nicht der Einzige, der auf „High Waist“ setzte: Auch Stefano Pilati ließ für Ermenegildo Zegna den Bund in neue Höhen steigen, ebenso Hedi Slimane für Saint Laurent. 


2. Grau

Backstage-Calvin-Klein
Picture via Calvin Klein

2. Grau : Die Abstimmungslage zur Frage nach der Trendfarbe des Winters 2015 ist eindeutig: Grau. Sie dominierte beinahe in jeder Kollektion. Nun wäre es an sich nicht außergewöhn­ lich, dass ein so dezenter und eleganter Ton eine wichtige Rolle in der Mode spielt. Doch nach Saisons voll leuchtender Farben ist es ein klares Statement, wenn Designer wieder auf Grau setzen: Die Sensoren müssen neu kalibriert werden, eine neue Sachlichkeit hält Einzug. Besonders begeistert von der Idee war Italo Zucchelli. Der Designer führte den Farbton in seiner Show für Calvin Klein Collection in unzähligen Schattierungen vor.

3. Bohemian Chic

mnhbgh
Pictures via Burberry Prorsum

3. Bohemian Chic : In jeder Saison gibt es die eine Dekade, deren Einflüsse – unter den vielen anderen zeitlichen und kulturellen Referenzen – die Mode bestimmen. Diesmal sind es die 60er-Jahre. Genauer gesagt die späten Sixties, als klassischer Stil auf die Ethnoeinflüsse der beginnenden Hippiekultur traf. Dieser Look, bekannt als Bohemian Chic, taucht in zahlreichen Kollektionen auf: Christopher Bailey verwendete für Burberry Prorsum in Indien-inspirierter Manier kleine Spiegel für Jacken, Hemden und Hosen. Dries Van Noten schmückte Hemden mit chinesischen Stickereien. Und bei Gucci zeigte quasi jedes Kleidungsstück so einen Hinweis, etwa Samtkragen und Lilatöne. Was dahintersteckt? Vermutlich die alte Sehnsucht nach peace, love and happiness – einem Konzept, das nicht nur 2015 modern, sondern eigentlich auch zeitlos ist.

4. Nylon

02_Prada
Picture via Prada

4. Nylon : Miuccia Prada präsentiert stets Mode, die nichts mit der Kollektion der Vorsaison zu tun hat. Diesmal war die Abgrenzung aber selbst für ihre Verhältnisse heftig: Nach Jahren zunehmend bunter und ausdrucksstarker Outfits zeigte sie puren Minimalismus. „Streng, uniform und elegant“, kommentierte die Visionärin ihre derzeitigen Vorlieben. Bevorzugt kam dabei schwarzes Nylon zum Einsatz, was zu Pradas Rückbesinnung auf den Kern der Mode passt: Mit diesem Material begründete die Designerin in den 80ern ihren Erfolg. 

5. Gender

gucci_hoch_g650xx
Picture via Gucci 

5. Gender: Die Designer beschäftigten sich in dieser Saison besonders intensiv mit einem Thema, das auch abseits der Laufstege in der Luft liegt: der Identität des Mannes. Was unterscheidet Männer- und Frauenmode, was eint die Geschlechter? Diskutiert wurde das Ganze unter dem Schlagwort „Gender“, konkret zu sehen war es wohl am drastischsten bei Gucci: Alessandro Michele (der neue Mann nach dem überraschenden Ab- gang von Frida Giannini wenige Tage vor den Schauen) zeigte zum Debüt Männer und Frauen in beinahe identischen Outfits.