Keahu-Kahuanui-and-Charlie-Carver-in-Teen-Wolf-Episode-3.12-02  
Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Diese Erfahrung machen Millionen von Homosexuellen weltweit täglich. Denn vieles, was für so selbstverständlich gehalten wird, ist für ein homosexuelles Paar eine Herausforderung oder gar undenkbar. Während tausende von Männer und Frauen Hand in Hand durch die Welt laufen, ist diese Kleinigkeit, eine sehr große für gleichgeschlechtliche Paare.  

Doch warum ist das simple Händchenhalten in der Öffentlichkeit für Homos nicht das selbe wie für Heteros? Man könnte meinen, dass dieses Thema im Jahre 2015 schon längst überholt ist, doch das ist es nicht. Vielen Menschen ist nicht bewusst, was die ganzen kleinen Dinge des täglichen Lebens für ein gleichgeschlechtliches Paar bedeuten. Sie sind nämlich alles andere als selbstverständlich.

Meine heterosexuellen Freunde wundert das. Sie können es nicht verstehen und sind der Meinung, dass es niemanden stören würde und man das im Jahre 2015 mitten in einer Großstadt wie Hamburg ja ruhig machen könne. Doch es ist für ein homosexuelles Paar nicht das selbe. Immer wenn ich heterosexuelle Paare sehe, muss ich zugeben, dass ich neidisch bin. Es löst in mir aber auch eine Gefühl der Verzweiflung aus, denn ich weiß, selbst wenn ich jetzt seine Hand nehmen würde, wäre es nicht das selbe. Anders als bei einem heterosexuellen Paar, würden die Menschen gucken. Ja ... auch in Deutschland und deutschen Großstädten. Daher war es mehr als erfrischen, die letzten Tage die Offenheit hier in Madrid mitzubekommen. Hier wird kein schwules Paar dumm angeschaut oder angepübelt. 

Sie würden sich in Deutschland umdrehen oder gar mit dem Finger auf uns zeigen. 

Jedes Lachen würde ich ab dem Zeitpunkt als Angriff auf uns werten. In diesem Moment würde aus so einer „unbedeutenden, normalen“ Handlung ein Statement werden. Es ist dann kein intimer Moment zwischen uns beiden. Nein, es wird zu einem öffentlichen Moment, der provozieren kann. Ganz gleich, ob Menschen gucken, weil sie es für gut heißen oder abscheulich finden. Sie gucken und das sorgt dafür, dass wir diesen Moment, in der Form wie es heterosexuelle Paare haben, nicht haben können. Der Unterscheid ist die Behaglichkeit mit der Mann und Frau Hand in Hand durch die Stadt laufen. Die Leichtigkeit und die Tatsache, dass der Fokus nicht auf diese körperliche Verbindung liegt. Das ist das, worauf ich so neidisch bin. Wenn ich meinen Arm in der Öffentlichkeit um meinen Freund legen möchte, schießen mir in diesem Moment diverse Risiken durch den Kopf. 

Werden die Leute um uns herum gucken? Wird jemand etwas sagen? Werden sie uns beleidigen oder gar bedrohen?

Diese Offenheit und dieses Selbstverständnisvermisse ich sehr in Deutschland und die Tage hier in Marid haben mir umso mehr gezeigt, dass wir da noch ein super langen Weg vor uns haben ... um so ausgelassen und offen damit umgehen zu können wir hier!